Pressemitteilung vom 22.06.26: Engagement und Improvisation ersetzen keinen Hitzeschutz
Saarlouis, 22.06.2026
Engagement und Improvisation ersetzen keinen Hitzeschutz
Die letzte Schulwoche im Saarland hat begonnen. In vielen Klassenräumen steht die Hitze. Doch mit dem Ferienbeginn verschwindet das Problem nicht. Bereits nach den Sommerferien werden viele Schulen erneut mit überhitzten Räumen konfrontiert sein – und in den kommenden Jahren dürfte sich diese Entwicklung weiter verschärfen.
„Viele Schulen erleben derzeit die gleichen Probleme wie in den vergangenen Jahren. Klassenräume heizen sich bereits am Vormittag stark auf, konzentriertes Lernen wird zunehmend schwieriger. Die Sommerferien lösen das Problem nicht – im August stehen wir wieder vor derselben Situation“, erklärt der Landesvorsitzende des SLLV, Dominik Schwer.
Rückmeldungen aus den Schulen zeigen ein einheitliches Bild: Klassenräume erreichen bereits zu Unterrichtsbeginn 26 bis 28 Grad, teilweise wird die 30-Grad-Marke schon am Vormittag überschritten. Unter diesen Bedingungen ist regulärer Unterricht kaum noch möglich. Auch die Sicherstellung von Betreuung wird erheblich erschwert und gelingt nur noch durch tägliche Improvisation. Dass der Schulbetrieb dennoch aufrechterhalten werden kann, ist dem hohen Engagement von Lehrkräften und Schulleitungen zu verdanken.
„Unsere Schulen funktionieren auch an heißen Tagen. Aber sie funktionieren vielerorts nur, weil täglich improvisiert wird. Räume werden verdunkelt, Ausweichmöglichkeiten organisiert und Unterricht angepasst. Das kann fehlenden baulichen Hitzeschutz nicht ersetzen“, so Schwer.
Schulen stehen dabei vor zusätzlichen Herausforderungen: An einigen Standorten fehlen Ausweichmöglichkeiten oder schattige Außenbereiche. Auch Schulhöfe bieten oft kaum Entlastung, da sich Asphaltflächen bereits am Vormittag stark aufheizen.
Der SLLV sieht vor allem die Schulträger in der Pflicht und fordert, Hitzeschutz an Schulen nicht länger als Ausnahme, sondern als dauerhafte Zukunftsaufgabe zu behandeln. Dazu gehört die konsequente Anpassung von Schulgebäuden und Schulgeländen an die klimatischen Bedingungen der kommenden Jahrzehnte, beispielsweise durch Beschattungsmaßnahmen, Begrünung, Entsiegelung oder nachhaltige Konzepte zur Kühlung von Lern- und Arbeitsräumen.
„Wir reden oft über Digitalisierung und Zukunftskompetenzen. Dabei scheitert guter Unterricht mancherorts schon daran, dass Klassenräume im Sommer nicht kühl bleiben. Wenn wir Schulen zukunftsfähig machen wollen, müssen auch die Gebäude zukunftsfähig sein“, so Schwer abschließend.
Klar ist: Die Sommerferien bringen nur kurzfristige Entlastung. Die strukturellen Probleme bleiben. Hitzeschutz an Schulen muss deshalb als dauerhafte Aufgabe verstanden werden – nicht erst im nächsten Sommer, sondern jetzt.
Die Pressemitteilung im PDF-Format: 2026 – 06 – 22 Engagement und Improvisation ersetzen keinen Hitzeschutz
