Pressemitteilung vom 20.04.26: Wer Zukunft bildet, verdient A13
Saarlouis, 20.04.26
Pressemitteilung: Wer Zukunft bildet, verdient A13
Die Diskussion um die Besoldung von Grundschullehrkräften im Saarland ist längst mehr als eine haushaltspolitische Frage – sie ist ein Gradmesser für die Wertschätzung im Bildungssystem. Darauf weist der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) erneut hin.
Grundschullehrkräfte begleiten Kinder in einer besonders sensiblen und prägenden Lebensphase. Neben dem Vermitteln grundlegender Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen übernehmen sie zentrale Aufgaben in der sozialen Entwicklung, der individuellen Förderung, der Sprachbildung, der Integration – und weit darüber hinaus. „Wer den Grundstein für alle Bildungsbiografien legt, verdient die gleiche Anerkennung wie alle anderen Lehrkräfte – auch in der Besoldung“, erklärt Frederike Potthoff, stellvertretende Landesvorsitzende und Referentin für Grundschulen im SLLV.
„Die Arbeit in der Grundschule ist nicht weniger anspruchsvoll – sie ist anders, aber mindestens genauso komplex und verantwortungsvoll“, so Potthoff weiter. Die Anforderungen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: heterogene Lerngruppen, gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf, intensive Eltern- und Netzwerkarbeit und wachsende Herausforderungen in der Sprachförderung prägen den Alltag. Gleichzeitig sollen Grundschulen Bildungsungleichheiten früh erkennen und ausgleichen sowie den Übergang in weiterführende Schulen vorbereiten.
Trotz dieser zentralen Rolle besteht im Saarland weiterhin ein strukturelles Ungleichgewicht: Grundschullehrkräfte werden nach wie vor niedriger besoldet als Lehrkräfte anderer Schulformen. „A13 ist keine Frage von Privilegien, sondern von Gerechtigkeit und Respekt gegenüber der täglichen Arbeit an Grundschulen“, betont Potthoff.
Auch für die Zukunft des Bildungssystems ist die Frage der Besoldung entscheidend. Angesichts des anhaltenden Lehrkräftemangels – insbesondere im Grundschulbereich – brauche es klare Signale. „Wertschätzung zeigt sich nicht in Reden, sondern in konkreten Entscheidungen. A13 wäre ein klares Bekenntnis zur Bedeutung der frühen Bildung. Ein Bildungssystem, das an seinem Anfang spart, spart an der falschen Stelle“, so Potthoff. Besonders dringlich ist dies außerdem, weil bereits 13 von 16 Bundesländern ihre Grundschullehrkräfte nach A13 besolden. Die Landesregierung erkennt mit Initiativen wie der Allianz für Sprachförderung und Teilhabe selbst die zentrale Bedeutung der Grundschule an – A13 ist damit die folgerichtige Konsequenz.
Der SLLV weist zudem darauf hin, dass auch studierte Hauptschullehrkräfte an Gemeinschaftsschulen weiterhin häufig nach A12 besoldet werden – ein weiterer Punkt, der Fragen der Gleichbehandlung aufwirft. Die Einführung der Besoldungsgruppe A13 für Grundschul- und Hauptschullehrkräfte im Saarland ist aus Sicht des SLLV eine notwendige Konsequenz aus der Bedeutung ihrer Arbeit. Der SLLV fordert die konsequente Einführung von A13 und wird sich weiterhin mit Nachdruck für eine Umsetzung einsetzen, denn ein gerechtes Bildungssystem misst seine Gleichbehandlung nicht nur an den Lernenden, sondern ebenso an der Wertschätzung seiner Lehrkräfte.
Die Pressemitteilung im PDF-Format: 2025 – 04 – 20 Wer Zukunft bildet, verdient A13
