Pressemitteilung vom 08.09.2026: PISA 2025 – Weniger Aktionismus, mehr Zeit für guten Unterricht
Saarlouis, 08.09.2026
Pressemitteilung: PISA 2025 – Weniger Aktionismus, mehr Zeit für guten Unterricht
Neue PISA-Studie, neuer Tiefstand, alte Probleme: Deutschlands 15-Jährige erreichen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften die niedrigsten Werte seit Beginn der PISA-Erhebungen. Rund ein Drittel verfügt in Mathematik und Lesen nicht über ausreichende Basiskompetenzen.
Für den Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) ist deshalb klar: Die nächste Studie darf nicht wieder das gleiche Ritual auslösen.
„Wir werden jetzt wieder einige Wochen über die Ergebnisse diskutieren. Dann kommen neue Programme, neue Konzepte und neue Anforderungen für die Schulen. Und bei der nächsten Bildungsstudie stellen wir wieder fest, dass es nicht besser geworden ist. Diesen Kreislauf müssen wir endlich durchbrechen“, erklärt der SLLV-Landesvorsitzende Dominik Schwer.
Zeit ist dabei ein entscheidender Faktor. Denn genau diese Zeit fehlt an den Schulen bereits: 52 Prozent der Schüler:innen in Deutschland lernen an Schulen, deren Schulleitungen von einer Beeinträchtigung des Unterrichts durch Lehrkräftemangel berichten. „Wir können nicht immer mehr individuelle Förderung, Diagnostik, Differenzierung und zusätzliche Programme als Lösung erproben, während gleichzeitig das Personal fehlt“, so Schwer. Der SLLV warnt deshalb davor, auf die PISA-Ergebnisse reflexartig mit neuen Projekten, Vorgaben und zusätzlichen Aufgaben für Lehrkräfte zu reagieren. Die Lösung liegt nicht darin, das Hamsterrad schneller zu drehen.
„Wir müssen raus aus der Logik, auf jedes Problem mit einer neuen Maßnahme zu reagieren. Gute Bildung entsteht nicht durch immer mehr Aufgaben, sondern durch die Zeit, sie gut zu erfüllen. Entlastung ist deshalb kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für Qualität“, betont Schwer.
Dazu braucht es klare Prioritäten: mehr Zeit für Unterricht, gezielte Förderung, weniger Bürokratie und eine bessere personelle Ausstattung. Der SLLV hält dabei an seiner Forderung nach einer verlässlichen Lehrkräfteversorgung fest.
Besonders alarmierend ist für den SLLV zudem die Bildungsungerechtigkeit: Beim Lesen liegen zwischen dem obersten und untersten Viertel der Schüler:innen nach sozioökonomischem Status 125 Punkte – Deutschland gehört damit zu den Ländern mit den größten sozialen Leistungsunterschieden. Gerade deshalb muss Förderung früher ansetzen. Sprachliche Kompetenzen und wichtige Grundlagen entwickeln sich bereits vor dem Schuleintritt. Der SLLV fordert deshalb eine verbindliche und systematische Sprachförderung im vorschulischen Bereich sowie bessere Übergänge. Frühförderung, Kita, Grundschule und weiterführende Schule dürfen nicht nebeneinanderstehen, sondern müssen aufeinander aufbauen und ineinandergreifen.
„Wir wissen längst, wo wir ansetzen müssen: früh fördern, Basiskompetenzen sichern und Lehrkräften die Zeit geben, ihre Arbeit gut zu machen. Jetzt brauchen wir nicht noch mehr Einzelmaßnahmen, sondern endlich die entsprechenden Rahmenbedingungen“, resümiert Schwer.
Die Pressemitteilung im PDF-Format: 2026 – 09 – 08 PISA 2025 – Weniger Aktionismus, mehr Zeit für guten Unterricht
