Pressemitteilung vom 23.03.26: Beziehung statt Bürokratie – Schulen brauchen Zeit für das Wesentliche
Pressemitteilung
Saarlouis, 23.03.26
Beziehung statt Bürokratie – Schulen brauchen Zeit für das Wesentliche
Die aktuellen Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers zeigen deutlich: Das Wohlbefinden von Schüler:innen steht zunehmend unter Druck – und damit auch ihre Bildungschancen. Rund ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen weist laut Schulbarometer Hinweise auf psychische Auffälligkeiten auf. Besonders betroffen sind Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
Der Landesvorsitzende des SLLV, Dominik Schwer, erklärt: „Gerade Kinder mit Förderbedarf sind auf stabile Beziehungen, klare Strukturen und individuelle Unterstützung angewiesen. Wenn genau das im Schulalltag unter Druck gerät, trifft es sie zuerst und am stärksten.“
Doch genau diese Voraussetzungen sind im Schulalltag vielerorts nicht gegeben: immer größer werdende Klassen, eine angespannte Personalsituation und zu wenig Zeit für individuelle Förderung. Hinzu kommt, dass Förderbedarf häufig mit sozialen Belastungslagen einhergeht. Auch hier zeigt das Schulbarometer einen deutlichen Zusammenhang: Kinder aus finanziell belasteten Familien sind überdurchschnittlich häufig psychisch belastet. „Wer sich die Zahlen anschaut, erkennt schnell: Es geht hier nicht um Einzelfälle, sondern um strukturelle Zusammenhänge“, so Schwer. Gleichzeitig macht die Studie seit Jahren deutlich, was Schüler:innen stärkt: gute Beziehungen zu Lehrkräften, konstruktives Feedback und ein positives Klassenklima. Lehrkräfte wissen das – sie haben jedoch immer weniger Zeit, dies im Schulalltag umzusetzen. „Die wichtigste Ressource in Schule ist Zeit – für Gespräche, für Rückmeldungen, für echte Beziehungsarbeit“, betont Schwer. „Das ist kein ‚nice to have‘, sondern der Kern unseres Berufs. Wenn diese Zeit fehlt, leidet zuerst das Wohlbefinden – und am Ende auch die Leistung.“
Die Ergebnisse des Schulbarometers machen damit vor allem eines deutlich: Die Probleme sind längst bekannt – jetzt geht es um konsequentes Handeln. Vor diesem Hintergrund fordert der SLLV eine spürbare Entlastung der Lehrkräfte und eine bessere personelle Ausstattung der Schulen.
Der SLLV fordert konkret:
- kleinere Klassen
- mehr Lehrkräfte und eine verlässliche Personalreserve
- echte multiprofessionelle Teams an Schulen
- eine spürbare Entlastung von bürokratischen Aufgaben
„Wir kommen aus diesem Dauer-Krisenmodus nur heraus, wenn wir Bildung endlich langfristig denken. Einzelmaßnahmen reichen nicht mehr aus. Es braucht eine Gesamtstrategie, die über kurzfristige Reaktionen hinausgeht und verlässliche Rahmenbedingungen schafft – für die Kinder als auch die Lehrkräfte“, erklärt Schwer.
Die Pressemitteilung im PDF-Format: 2025-03-23 Beziehung statt Bürokratie
