Pressemitteilung vom 15.06.26: Bildung 2026 – Erkenntnisse gibt es genug, jetzt braucht es Ressourcen
Saarlouis, 15.06.2026
Pressemitteilung: Bildung 2026 – Erkenntnisse gibt es genug, jetzt braucht es Ressourcen
Der nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2026“ bestätigt erneut, dass Bildungsungleichheiten nach sozialer Herkunft weiterhin ein zentrales und bislang ungelöstes Problem des deutschen Bildungssystems darstellen. Trotz des Ausbaus frühkindlicher Bildung, ganztägiger Angebote und verstärkter Sprachförderung bleibt die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft bestehen. Der Bericht macht deutlich, dass diese Ungleichheiten häufig bereits vor dem Schuleintritt entstehen und sich über den gesamten Bildungsweg fortsetzen.
„Der Bildungsbericht ist kein Weckruf mehr. Die Alarmglocke läutet seit Jahren. Jetzt geht es darum, endlich einen Plan zu entwickeln, der über einzelne Projekte hinausgeht und Bildung als gemeinsame Verantwortung der gesamten Gesellschaft versteht“, betont Dominik Schwer (Vorsitzender des SLLV). Zwar gehen aktuelle Programme wie Sprachförderinitiativen (etwa „Startklar Deutsch“) aus Sicht des SLLV in die richtige Richtung, sie reichen jedoch nicht aus, um die strukturellen Probleme im System zu lösen. „Frühzeitige Sprachförderung ist entscheidend und die Konzentration auf Basiskompetenzen fachlich richtig. Aber Konzepte scheitern, wenn die Rahmenbedingungen fehlen“, so Schwer.
Denn trotz steigender Anforderungen, wachsender Aufgaben und zusätzlicher Programme fehlen vielerorts die notwendigen Ressourcen. „Wir brauchen keine weiteren Arbeitsaufträge für Schulen und Kitas. Wir brauchen endlich die Ressourcen, um diese Arbeitsaufträge erfüllen zu können. Wir brauchen Zeit, Personal und Unterstützung – genau daran fehlt es“, resümiert Schwer.
Vor diesem Hintergrund fordert der SLLV in seinem Leitantrag:
- deutliche und nachhaltige Investitionen in Personal, Ausstattung und Infrastruktur
- eine verlässliche Grundpersonalisierung der Schulen
- spürbare Entlastung der Lehrkräfte durch weniger Bürokratie und mehr Zeit für pädagogische Arbeit
- eine funktionsfähige mobile Lehrkräftereserve in allen Schulformen
- verstärkte Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung und -sicherung
Entscheidend ist für den SLLV außerdem, dass Bildungspolitik nicht mehr in Einzelmaßnahmen gedacht werden darf, sondern Teil einer kohärenten Gesamtstrategie sein muss. „Wir brauchen weniger Aktionismus und mehr Strategie. Weniger Einzelprojekte und mehr langfristige Planung“, erklärt Schwer. Bildung muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und verlässlich finanziert werden, um Bildungsungleichheiten langfristig und wirksam abzubauen.
Die Pressemitteilung im PDF-Format: 2026-06-15 Bildung 2026 – Erkenntnisse gibt es genug, jetzt braucht es Ressourcen
