Gewalt gegen Lehrkräfte – kein Kavaliersdelikt!

Gewalt gegen Lehrkräfte – kein Kavaliersdelikt!

Die vom VBE in Auftrag gegebene repräsentative forsa-Umfrage „Gewalt gegen Lehrkräfte“ hat es zutage gebracht. Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer berichten über physische und psychische Angriffe.  Jede vierte Lehrkraft war bereits psychischen Angriffen ausgesetzt und sechs Prozent der Lehrkräfte haben bereits einen körperlichen Angriff selbst erlebt.

Auch dem SLLV sind Vorgänge bekannt, bei denen Kolleginnen und Kollegen bedroht, angegriffen oder beleidigt wurden.  Des Weiteren wird Cybermobbing ein immer größeres Problem. Oftmals trauen die Betroffenen sich nicht, die Vorfälle zu offenbaren. Sie zweifeln an ihrer Kompetenz und suchen den Fehler bei sich. Dies kann und darf nicht sein!

Insofern können die Forderungen des VBE als Konsequenz der Umfrageergebnisse nur unterstützt werden. Die Enttabuisierung des Themas, die Dokumentation aller Vorfälle, aber zu alleroberst die volle Unterstützung des Dienstherrn sind unablässig!  Es müssen klare Strukturen entwickelt werden, an wen sich die Betroffenen wenden können und was nach einem Übergriff zu tun ist. Außerdem muss auch in diesem Zusammenhang nochmals die Forderung nach multiprofessionellen Teams genannt werden. Diese können direkt vor Ort zur Prävention und Deeskalation beitragen. Auch die Vermittlung von Medienkompetenz ist unablässig, damit Schülerinnen und Schülern ein Unrechtsbewusstsein für Cybermobbing entwickeln können.

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft kündigte eine Bundesratsinitiative zur Strafverschärfung bei Gewalt gegen Landesbedienstete an. Dazu soll das Strafgesetzbuch erweitert werden, damit schon Beleidigungen und Bedrohungen geahndet werden können. Ein richtiger, längst überfälliger Schritt! Wehret den Anfängen!

Wichtig ist jetzt, dass diese Initiative nun eine möglichst breite Unterstützung in den Ländern findet. Deshalb wird der SLLV die Ministerpräsidentin bitten, ebenfalls für die geplante Strafverschärfung einzutreten.

Allerdings Strafverschärfung alleine ist zu kurz gesprungen. Es muss ein gesellschaftlicher Konsens zu mehr Respekt im Umgang miteinander erfolgen, damit nicht nur die Rechte von Lehrern, Polizisten und Zugbegleitern sondern aller Mitmenschen gewahrt werden.

Dazu gehört auch, dass wir in unseren Schulen verstärkt die Eltern in ihrer Vorbildfunktion mit ins Boot nehmen und dies thematisieren!

Ich wünsche Ihnen allen ein friedvolles Weihnachtsfest und für das Jahr 2017 vor allem Gesundheit!

Ihre
Lisa Brausch

Links zu diesem Thema:

Verband fordert härtere Strafen für Gewalt gegen Lehrer | mobil.saarbruecker-zeitung.de: http://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/mehr_straftaten_schulen100.html

 Verband fordert härtere Strafen für Gewalt gegen Lehrer | mobil.saarbruecker-zeitung.de: http://mobil.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/Saarbruecken-City-Saarbruecken-Gewalt-Lehrer-Verbaende;art446398,6342687