Noch viel Arbeit bis zum Schulbeginn

Ein Gespräch mit Lisa Brausch, der Vorsitzenden des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (SLLV)

Audio: Jochen Erdmenger / Onlinefassung: Rick Reitler   22.08.2016 | 08:50 Uhr

Eine Woche vor Beginn des neuen Schuljahres im Saarland hat SR 2 KulturRadio mit Lisa Brausch, der Vorsitzenden des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (SLLV), unter anderem über sinnvolle Ferien-Freizeitgestaltung, den richtigen Start in einen Schultag und den Nutzen von Lernsoftware gesprochen.

Im Gespräch mit Lisa Brausch

SR-Mediathek

Im Gespräch mit Lisa Brausch

[Jochen Erdmenger für SR 2 KulturRadio, Der Morgen, 22. August 2016, Länge ca. 5:33 Min.]

Auch wenn im Saarland noch eine Woche unterrichtsfreie Zeit ist, sollten die Schülerinnen und Schüler ein wenig von ihrer Freizeit abzwacken, um sich auf das neue Halbjahr vorzubereiten, sagt Lisa Brausch, die Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (SLLV) im Gespräch mit SR 2 KulturRadio: „Das hilft, Ängste abzubauen und sich langsam wieder auf die neue Situation einzustellen“. Sie empfiehlt, wieder früher ins Bett zu gehen und den „gewohnten Tagesablauf“ noch einmal einzuüben. Brausch betonte auch den Wert eines ausreichenden, möglichst mit der Familie eingenommenen Frühstücks: „Das ist etwas, was wir uns immer wünschen“, so Brausch, „dass Kinder und Schülerinnen und Schüler in die Schule kommen, gefrühstückt haben, ausgeschlafen sind und dass die Ranzen gepackt sind.“

Feierlicher Start ins Schulleben

Besonders sorgfältig und gerne auch etwas „feierlich“ sollten die Eltern jener rund 7000 Erstklässler, die am 29. August eingeschult werden, den Start ihrer Kinder in diesen wichtigen Lebensabschnitt begleiten – nicht nur wegen der Schultüte. „Man soll aber auf jeden Fall nicht dahin gehen, dass man sagt: ‚Das ist jetzt der Ernst des Lebens‘. Das verstehen die Kinder sowieso nicht“, gab Brausch zu bedenken.

 Ferien für Fremdpsprachen nutzen

Im Übrigen sei es auch in den Ferien nicht verboten, etwas zu lernen. „Das macht vor allem dort Sinn, wo wiederholtes Lernen eine wirkliche Vertiefung darstellt wie zum Beispiel in den Fremdsprachen“, meint Brausch. Besonders wichtig sei dabei stets, den Kindern klar zu machen, dass die Mühe ja „fürs Leben“ sei – und nicht für die Schule. Wenn möglich, sollte in den Ferien auch einmal ein gemeinsamer Ausflug ins Ausland gemacht werden.

Computer-Lernspiele nur dosiert einsetzen

Lernspiele sind für Brausch nur dann sinnvoll, wenn sie „ganz dosiert und vor allen Dingen kontrolliert“ eingesetzt werden. „Die Kinder sitzen sowieso schon sehr, sehr lange am Computer“, sagte Brauch, „ich persönlich bin immer noch die Verfechterin des Buches, weil ich sage, das ist das, was unseren Schülerinnen und Schülern wirklich fehlt, dass sie Lust am Lesen bekommen.“ Sie plädiere für „normale Spiele, für Gesellschaftsspiele, um das Miteinander, um die Kommunikationsfähigkeit und auch die Sozialfähigkeit der Kinder zu fördern.“

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